Teil 1: Kärntner SlowenInnen 1 - Aussiedlung (105 min.)
Teil 2: Überleben im Versteck (111 min.)
Teil 3: Kärntner SlowenInnen 2 - PartisanInnen (71 min.)
Teil 4: Wiener Rom (51 min.)
Teil 5: Desertion aus der Deutschen Wehrmacht (122 min.)
Teil 6: Homosexualität (40 min.)
Teil 7: Kinder- und Jugendfürsorge (177 min.)

 

Teil 1: Kärntner SlowenInnen 1 - Aussiedlung   

s-2s-4Franz Smrtnik, geb. 1933 in Trögern/Korte in Südkärnten, wird als Neunjähriger mit seiner Familie nach Deutschland deportiert („ausgesiedelt“). Durch einen Zufall gelingt es ihnen, noch im gleichen Jahr nach Hause zurückzukehren und den inzwischen völlig ausgeraubten Hof weiter zu bewirtschaften.
Franz Smrtnik erzählt von der Vertreibung, von seiner Tätigkeit für die PartisanInnen, die seine Familie trotz politischer Vorbehalte nach der Rückkehr nach Kärnten unterstützt und dem Entsetzen darüber, dass bald nach Kriegsende diejenigen, die für die „Aussiedlung" der Kärntner SlowenInnen verantwortlich waren, in der Politik wieder das Sagen haben.
Seit mehreren Jahrzehnten setzt er sich für die Anerkennung der Rechte der Kärntner SlowenInnen ein. Einer seiner Söhne, Franz Josef Smrtnik, wird 2009 als erster Kärntner Slowene Bürgermeister in Kärnten.

Gesamtfilm – 105 min.
Kapitel:
1 Aussiedlung und Rückkehr – 17 min.
2 Kriegsjahre und Kriegsende – 35 min.
3 Diskrininierung in der 2. Republik – 23 min.
4 Familie und Arbeit nach 1945 – 15 min.
5 „Wiedergutmachung“ – 16 min.

 

Teil 2: Überleben im Versteck

e-1e-2Heinrich Ehlers, geb. 1939 in Wien, verbringt seine ersten sechs Lebensjahre in einem Kellerversteck im 5. Wiener Gemeindebezirk. Hier kommen auch seine beiden Geschwister zur Welt. Sein Vater, Erster Geiger bei den Wiener Symphonikern, ist Jude, seine Mutter Katholikin und gilt, obwohl in Österreich geboren, aufgrund ihrer polnischen Eltern, ab 1939 als staatenlos.
Er erzählt von der traumatischen Zeit im Versteck, seinen Erlebnissen nach der Befreiung u.a. in der Schule als eines von sechs jüdischen Kindern unter 600 nichtjüdischen MitschülerInnen, seinem Leben in Israel und der Konfrontation mit Antisemitismus, alten und neuen Nazis nach seiner Rückkehr nach Österreich.

Gesamtfilm – 111 min.
Extraszenen – 7 min.
Kapitel:
1 Kindheit – 38 min.
2 Nachkriegsjahre in Österreich – 14 min.
3 „Wiedergutmachung“ – 1 – 4 min
4 Leben in Israel, Rückkehr nach Österreich – 9 min.
5 Antisemitismus, alte und neue Nazis – 25 min.
6 Psychische Folgen, „Wiedergutmachung“ – 2 – 22 min.

 

Teil 3: Kärntner SlowenInnen 2 - PartisanInnen

k-1k-3Peter Kuchar, geb. 1929 in Eisenkappel/Železna Kapla flieht als 14-jähriger zu den Kärntner PartisanInnen und wird dort Kurier.
Er erzählt von der Armut seiner Familie, der schwierigen und exponierten Tätigkeit als Kurier und von einer Offensive deutscher Einheiten, die er und seine Mutter nur knapp überleben. Während er eine schwere Verwundung der letzten Kriegstage in Slowenien ausheilt, werden die Grenzen  geschlossen. Er kehrt erst in den 50er Jahren wieder nach Kärnten zurück.
Um das slowenische Kulturleben in Kärnten wieder in Schwung zu bringen, baut er den slowenischen Gesangsverein auf. Er berichtet von Schlägereien, Diskriminierungen und Problemen bei der Anmeldung zum zweisprachigen Unterricht.
Seine Aufgabe sieht er darin, am friedlichen Zusammenleben aller Volksgruppen in Kärnten mitzuwirken.

Gesamtfilm – 71 min.
Extraszenen – 5 min.
Kapitel:
1 Kindheit – 9 min.
2 PartisanInnen – 34 min.
3 Kriegsende, Ausbildung und Arbeit – 8 min.
4 Leben in Kärnten nach 1945 – 19 min.

 

Teil 4: Wiener Rom

st-1st-7Mongo Stojka, geb.1929, stammt aus einer Lovara-Familie und bezeichnet sich als Rom.
1941 wird seine Familie von der Gestapo abgeholt und ins KZ deportiert. Von den 200 Familienmitgliedern leben nach 1945 nur noch sechs.
Mongo Stojka erzählt von seiner Kindheit in den Wiener Bezirken Favoriten und Ottakring, an die er sehr schöne Erinnerungen hat, von seinem Versuch, nach 1945 alles Negative zu vergessen und einfach nur zu leben. Er versucht, sein Leben positiv zu sehen.
Mongo Stojka ist der Vater des Musikers Harry Stojka.

Gesamtfilm – 51 min.
Extraszenen – 12 min.
Kapitel:
1 Kindheit – 28 min.
2 Leben nach 1945 – 21 min.

 

Teil 5: Desertion aus der Deutschen Wehrmacht

wad-1wad-2Richard Wadani, geb. 1922 in Prag, wächst in einem sozialdemokratischen Elternhaus auf und  sympathisiert als Jugendlicher mit den Kommunisten. Seine Eltern sind Österreicher.
Er erzählt, dass er trotz Einberufung zur Deutschen Wehrmacht auf keinen Fall auf Seiten Nazideutschlands kämpfen wollte. Es gelingt ihm, seinen Kriegseinsatz mehrmals zu verzögern, bis er 1941 in den Osten versetzt wird. In Russland wird er Zeuge zahlreicher Verbrechen der Wehrmacht an der Zivilbevölkerung. Er hilft der Bevölkerung, unterstützt die PartisanInnen und wird mehrmals eingesperrt, bis es ihm gelingt zu desertieren.
Mangels einer österreichischen Einheit bei den Alliierten schließt er sich einer tschechischen an  und kämpft für ein freies Österreich, das ihn nach Ende des Zweiten Weltkriegs aber nicht mit offenen Armen empfängt.
Richard Wadani ist Ehrenobmann des Vereins Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz.

Gesamtfilm – 122 min.
Extraszenen:
1 Extra: persönliche Fotos – 3 min.
2 Extra: persönliche Dokumente – 9 min.
Kapitel:
1 Kindheit, Jugend und Politisierung – 29 min.
2 Wehrmacht, Desertion – 45 min.
3 Nachkriegsjahre, Verbrechen der Wehrmacht, Resümee – 17 min.
4 Familie und Arbeit nach 1945 – 19 min.
5 Kampf um Rehabilitierung – 11 min.

 

Teil 6: Homosexualität

w-4w-3Erwin Widschwenter, geb. 1908 in Tirol, wird im Jahr 1944 von der NS-Justiz aufgrund seiner Homosexualität verurteilt und in der Strafanstalt Stein inhaftiert. Das „Massaker von Stein“ 1945 überlebt er nur durch die Hilfe eines Justizwachebeamten.
Nach der Befreiung Österreichs wird er nicht freigelassen, sondern muss seine Haftstrafe wegen des weiterhin bestehenden Verbots der Homosexualität absitzen. Er erzählt dass er das Gefühl hat, aufgrund seiner sexuellen Orientierung immer ein wenig auf die Schattenseite des Lebens gefallen zu sein. Seine Beziehungen muss er heimlich leben. Er liebt Ovid, aus dessen Werk er immer wieder zitiert, der Spruch von Delphi „Mensch erkenne dich selbst“ wird zum Leitspruch seines Lebens.

Gesamtfilm – 40 min.
Kapitel:
1 Prolog – 3 min.
2 Famile, Schule, Beruf bis 1942 – 6 min.
3 Verhaftung, Gefängnis – 6 min.
4 Enthaftung 1946 Rückkehr nach Österreich – 6 min.
5 Fotos und Erinnerungen – 3 min.
6 Homosexualität, Beziehungen – 10 min.
7 Resümee, „Wiedergutmachung“ – 7 min.

 

Teil 7: Kinder- und Jugendfürsorge

z-1z-2Friedrich Zawrel, geb. 1929 in Lyon, verbringt nach der Rückkehr seiner Mutter nach Wien den Großteil seiner Kindheit in Kinderheimen und Erziehungsanstalten.
In der Wiener Anstalt Spiegelgrund wird er Opfer von Folterungen und der sadistischen Behandlung von Pflegepersonal und ÄrztInnen, die an den Kindern medizinische Versuche durchführen. 1944 gelingt es ihm, mit Hilfe einer Krankenschwester und eines Passanten zu fliehen.
Er erzählt von seinen Schwierigkeiten in der Gesellschaft Fuß zu fassen, von seinem Zusammentreffen mit dem ehemaligen Spiegelgrundarzt Dr. Gross – mittlerweile angesehener Gerichtsgutachter und SPÖ-Mitglied - in den 70er Jahren und dessen Versuch, ihn für Jahre in Sicherheitsverwahrung verschwinden zu lassen.
Friedrich Zawrel gelingt es gemeinsam mit der „Arbeitsgemeinschaft Kritische Medizin“, den „Fall Gross“ öffentlich zu machen.

Gesamtfilm – 177 min.
Kapitel:
1 Familie, Heime und die Anstalt „Spiegelgrund“ – 72 min.
2 Flucht, Gefängnis, Kriegsende – 42 min.
3 Leben nach 1945, der „Fall Gross“ – 43 min.
4 „Wiedergutmachung“ – 20 min.