... Nüchterne Erforschung des Unfaßbaren ...
In "Spiegelgrund" liefern zwei junge Wiener Dokumentaristen einen besonnenen Beitrag zur erneut aktuell gewordenen Diskussion über ein lange vertuschtes Kapitel der NS-Geschichte.

... So vermittelt sich eine emotionale Betroffenheit, die besser als alle Worte das Grauen beschreibt, das den Opfern widerfahren ist.

In "Spiegelgrund" wird ein lange bekanntes, aber beharrlich verdunkeltes Kapitel der österreichischen NS-Geschichte ausgeleuchtet: und zwar auf viel unspektakulärere, zugleich aber auch weit wirkungsvollere Weise als in dessen aktueller Ausschlachtung durch die heimischen Medien
Die Presse, Wien
... der nüchterne filmische Bericht eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren österreichischen Geschichte ...
Kleine Zeitung
Umso erfreulicher ist es, dass mit der Dokumentation "Spiegelgrund" nun ein Film in die Kinos findet, der sich dem Tatort betont nüchtern nähert und sich hauptsächlich der Geschichte der Opfer widmet.
... gewinnt einer vielschichtigen Materie eine Reihe von brisanten Aspekten ab ...
Eine Einsicht verdeutlicht er jedoch nachhaltig: Österreich hat bis heute mehr für die Täter als für die Opfer geleistet.
Der Standard, Wien
"Spiegelgrund" ist ein erschütterndes Dokument über die fehlende Aufarbeitung der Geschichte durch die Zweite Republik. Es verzichtet darauf, reißerisch zu sein, bietet einen historischen Längsschnitt bis in die Gegenwart und stellt sich auf die Seite der Opfer. Täter kommen nicht zu Wort. Aber die haben vielleicht sowieso schon zu viel gesagt.
Kurier, Wien
Ein erschütternde Dokumentation über die Wiener Euthanasieklinik. ... Verbrechen die sich ein Durchschnittsmensch kaum vorzustellen, die er kaum zu fassen vermag. Und damit ein wesentlicher Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung.
Wiener Zeitung
Der Film geht Opfern wie Tätern nach, medizinischen Kapazitäten auch von heute, denen jede Strafverfolgung erspart geblieben ist.
Der Tagesspiegel, Berlin
... erinnert an Euthanasieverbrechen zwischen 1940 und 1945 in einer Wiener Jugendfürsorgeanstalt.
Neue Zürcher Zeitung
In jener Strömung, die das ganze Land erfaßt, ist der Dokumentarfilm ein Genre, dem in Österreich schon immer große Aufmerksamkeit geschenkt wurde, so daß er auch seinen Weg in die Kinos findet. Diese Werke sprechen jetzt die Zigeunerverfolgung, die Vetreibung der Juden in alle Welt, die Überlebenden der Euthanasieprogramme an, wobei sie die Nazivergangenheit des Landes ohne jede Selbstgefälligkeit darstellen.
Die aufblühende Filmproduktion bringt zahlreiche junge Regisseure, oft Enkelkinder von Wehrmachtsoldaten hervor, die sich gegen das Schweigen ihrer Eltern auflehnen.
So erklärt beispielsweise Angelika Schusters und Tristan Sindelgrubers Film "Spiegelgrund" nicht nur auf brillante Weise die Auslöschung "unwerter Elemente" des deutschen Volks (Behinderte, Kreinkriminelle, ...) - übrigens brandaktuell, denn der Prozeß eines der Protagonisten des ehemaligen Naziarztes Heinrich Gross, wurde kürzlich sofort nach seiner Eröffnung vertagt - sondern klagt vor allem das empörende Schweigen an, das noch heute in Österreich rund um diesen Aspekt der kriminellen Nazimaschinerie herrscht.
Libération, Paris